Sie möchten unabhängiger von öffentlichen Energieversorgern
werden und steigenden Strompreisen ein Schnippchen schlagen? Oder begeistern
Sie sich für grünen, sauberen Strom? Dann ist eine Solaranlage vielleicht etwas
für Sie. Erfahren Sie mehr über die unterschiedlichen Solarmodule und was Sie
alles für eine Solaranlage benötigen in unserem Kaufratgeber.
Die Strompreise steigen, die Nachfrage nach Ökostrom auch. Für beides kann ein Solarpanel die Lösung sein. Richten Sie sich Ihre eigene Photovoltaikanlage auf Dach, Terrasse oder Balkon ein und nutzen Sie die natürliche Sonnenenergie. Wie genau das funktioniert und was man für eine Solaranlage benötigt, erklären wir in unserem Ratgeber.
Eine Solaranlage oder Photovoltaikanlage besteht aus mehreren Solarpanels. Jedes dieser Solarpanel oder Solarmodule besteht wiederum aus vielen einzelnen Solarzellen. Eine Glasscheibe über den Zellen sorgt für Schutz vor den Witterungsbedingungen. Strahlt nun Sonnenlicht auf die Zellen, wird elektrische Energie gewonnen.
Solarstrom aus einer solchen Anlage, z.B. auf dem Dach montiert, kann -je nach Größe der Anlage- einen ganzen Haushalt mit sauberem, selbst erzeugtem Strom versorgen. Die Umwandlungsrate von Sonnenlicht zu Strom liegt bei ca. 15-23%.
Wie viele Solarpanel benötigt werden und auf dem Dach montiert werden können, hängt sowohl von der Statik des Hauses als auch von den örtlichen Gegebenheiten ab (Sonnenstunden, verwendetes Solarmodul, Stromverbrauch).
Es gibt verschiedene Arten von Solarpanels, die unterschiedliche Vor- und Nachteile haben. Am häufigsten eingesetzt werden monokristalline und polykristalline Solarpanel. Diese haben den höchsten Wirkungsgrad. Monokristalline Panele sind der Standard. Durch ihre dunkle Färbung wirken sie auf dem Hausdach oft ästhetischer als die polykristallinen Modelle. Außerdem liefern sie bei schlechteren Lichtverhältnissen und Schatten bessere Ergebnisse.
Aber auch polykristalline Panels werden häufig verbaut und liegen preislich etwas niedriger als die monokristallinen Module.
Daneben gibt es noch die Dünnschichtzellen. Sie sind zwar günstiger in der Anschaffung, ihr Wirkungsgrad ist aber auch deutlich niedriger. Sie eignen sich eher weniger für den Verbau auf Einfamilienhäusern, da sie sehr schwer und daher schwieriger zu verbauen sind.
Solaranlage, Photovoltaikanlage, Solarthermie. Wer sich für den Kauf von Solarpanelen interessiert, dem werden diese Begriffe begegnen. Aber was bedeuten sie eigentlich und vor allem bedeuten sie das gleiche?
Umgangssprachlich werden die Begriffe Solaranlage und Photovoltaikanlage austauschbar genutzt. Solaranlage ist jedoch der Überbegriff für alle Systeme, bei denen Sonnenlicht in Energie umgewandelt wird. Darunter fallen Solarkraftwerke, Photovoltaikanlagen und thermische Anlagen.
Thermische Solaranlagen bestehen aus Solarkollektoren und wandeln Sonnenlicht in Wärme um, z.B. um Wasser zu erwärmen oder das Haus zu heizen. Solarkraftwerke funktionieren genauso, nur in größerem Umfang.
Photovoltaikanlagen hingegen bestehen aus Solarpanelen. Photovoltaik ist gemeint, wenn umgangssprachlich von einer Solaranlage gesprochen wird. Hier wird mithilfe der Solarpanele elektrische Energie gewonnen. In unserem Ratgeber konzentrieren wir uns im Folgenden also genaugenommen auf Photovoltaikanlagen.
Je nachdem, ob sie eine netzgebundene oder netzunabhängige Anlage bauen möchten, können sich die benötigten Komponenten unterscheiden. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Komponenten beider Anlagen vor. Zusätzlich kommt die Verkabelung hinzu, sowie Maßnahmen, die zum Schutz der Anlage getroffen werden können.
Solarmodul: Die Solarmodule oder Solarpanel stellen die Basis einer jeden Anlage dar. Zu den unterschiedlichen Modellen s.a. "Arten von Solarmodulen".
Generatoranschlusskasten: Dieser führt die Stränge der Solarpanels zusammen und verbindet sie mit dem Wechselrichter.
Wechselrichter: Der Wechselrichter macht aus dem produzierten Gleichstrom Wechselstrom, mit dem Elektrogeräte betrieben werden können.
Stromzähler/Einspeisezähler: Dieser misst bei einer netzgekoppelten Solaranlage, wieviel Strom ins Netz eingespeist wird. Auf dieser Grundlage wird die Vergütung berechnet.
Stromspeicher/Batteriespeicher: Bei einer netzgekoppelten Solaranlage ist ein Stromspeicher optional, aber nützlich. Hier wird tagsüber der nicht benötigte Strom gespeichert und kann somit abends oder nachts verwendet werden, wenn die Solaranlage keinen neuen Strom produzieren kann.
Photovoltaikanlagen können netzgekoppelt oder netzunabhängig sein. Netzgekoppelte Anlagen, sind an das Stromnetz angeschlossen und müssen beim jeweiligen Stromanbieter angemeldet werden. Produziert die Anlage mehr Strom als der Haushalt in diesem Moment verbraucht, wird dieser Strom eingespeist. Hierfür gibt es eine Vergütungsprämie. Laut Verbraucherzentrale bekommen Anlagen mit Eigenversorgung eine feste Einspeisevergütung von 8,2 Cent pro kWh für Anlagen bis 10 kWp.
Vorteil einer netzgekoppelten Anlage ist auch die Versorgung durch das Stromnetz im Notfall. Sollte die eigene Solaranlage einmal kaputt sein oder nicht genug Strom für den Haushalt liefern, kann dieser problemlos über den Stromanbieter bezogen werden.
Für eine netzgekoppelte Anlage können staatliche Subventionen beantragt werden.
Netzgekoppelte Anlagen unterscheiden sich wiederum in Einspeise- und Nulleinspeiseanlagen. Bei der Einspeiseanlage handelt es sich um die klassische, wie oben beschriebene Anlage. Erzeugter, aber nicht selbst verbrauchter Strom wird ins Stromnetz eingespeist und durch die Vergütungsprämie bezahlt.
Die Nulleinspeiseanlage hingegen ist zwar für den Notfall ebenfalls an das Stromnetz angebunden, es wird aber kein zusätzlicher Strom erzeugt. Das bedeutet, dass sich die Stromerzeugung nach ihrem Bedarf richtet. Ist der Batteriespeicher voll und wird kein zusätzlicher Strom benötigt, sorgt der Wechselrichter dafür, dass auch keine neue Energie erzeugt wird. Auch Nulleinspeiseanlagen sind jedoch betroffen von Stromausfällen, da sie trotz allem ans Netz angeschlossen sind.
Netzgekoppelte Anlagen → Einspeiseanlage oder Nulleinspeiseanlage |
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Vorteile |
Nachteile |
| Versorgung durch das öffentliche Stromnetz im Notfall | Gewerbeanmeldung und damit verbundener Aufwand |
| Besonders geeignet für Haushalte mit durchschnittlichem Stromverbrauch | |
| Vergütungsprämie / Zusatzverdienst | |
| Mit Stromspeicher Versorgung auch an bewölkten Tagen | |
| Anschaffungskosten werden auf lange Sicht getilgt | |
Netzunabhängige Anlagen sind bei Privathaushalten eher selten zu finden. Diese sogenannten Inselanlagen haben keine Anbindung an das Stromnetz. Damit funktionieren sie vollkommen autark und sind nicht betroffen von etwaigen Stromausfällen oder Preiserhöhungen der Stromanbieter. Allerdings gibt es für Inselanlagen keine Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Alle staatlichen Subventionen fallen daher weg. Um einen kompletten Haushalt ausschließlich mit Strom versorgen zu können, benötigt die Inselanlage viel Platz. Sie ist also nicht für jeden Haushalt geeignet. Über ein Balkonkraftwerk etwa, ließe sich diese Art der Stromversorgung nicht erreichen.
expert Tipp: Sie möchten trotzdem für den Fall eines Stromausfalls gewappnet sein? Installieren Sie eine kleinere Anlage als Inselanlage und sichern Sie sich damit für einen Notfall ab. So können Sie sich für einen kurzen Zeitraum mit Notstrom versorgen, bis das Stromnetz wieder in Gang ist.
Netzunabhängige Anlagen → Inselanlagen |
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| Vorteile | Nachteile |
| Höchstmögliche Unabhängigkeit vom öffentlichen Netz | Keine stattliche Förderung |
| Eigenversorgung bei Stromausfällen | Höhere Kosten |
| Benötigt mehr Platz | |
| Keine Vergütungsprämie | |
Was genau eine Solaranlage kostet, kommt ganz darauf an, wie groß diese sein soll und welche Komponenten benötigt werden (s. netzgebunden oder netzunabhängig). Es gibt jedoch ein paar Möglichkeiten, die Kosten einzudämmen.
Eine Möglichkeit der Finanzierung sind staatliche Subventionen für Photovoltaikanlagen. Diese sind bundesweit durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, geregelt. Daneben gibt es auch regionale Programme von Ländern und Kommunen. Hier lohnt es sich, regionale Angebote zu recherchieren und diese gegebenenfalls mit den EEG-Zuschüssen zu kombinieren.
Beachten müssen Sie bei der staatlichen Förderung, dass nicht alle Anlagen förderfähig sind. So sind die sogenannten Inselanlagen ausgeschlossen.
Wichtig: Der Antrag für die Förderung durch den Staat muss vor dem Kauf der Solaranlage getätigt werden, da eine nachträgliche Beantragung nicht möglich ist. Nach dem Erhalt des Förderbescheids darf dann der Kaufvertrag abgeschlossen werden.
Sollte die Finanzierung trotz staatlicher Subventionen noch nicht gedeckt sein, gibt es die Möglichkeit für einen Energie-Kredit. Hier werden Kredite für erneuerbare Energien zu guten Konditionen vergeben.
Neben den staatlichen Subventionen lohnt es sich beim Kauf einer Solaranlage, den langfristigen Nutzen nicht aus den Augen zu verlieren. Investieren Sie zu Beginn in ertragsreiche Solarpanele und qualitativ hochwertige Komponenten, können Sie im Verlauf viel Geld bei Wartungs- und Reparaturkosten sparen.
Sie möchten nicht nur Haus oder Wohnung mit grünem Strom ausstatten, sondern auch unterwegs unabhängig sein? Dann sind vielleicht Solarpanel für Wohnwagen und Wohnmobil etwas für sie. Neben Kompaktanlagen die auf dem Dach befestigt werden können gibt es auch praktische faltbare Solarmodule (z.B. das faltbare Solarmodul von EcoFlow). Diese eigenen sich auch für Camping oder auf Reisen. Mobile Geräte können hier sogar direkt mit dem Solarmodul verbunden werden.
Auch für kleine Häuser oder Wohnungen mit Balkon gibt es die Möglichkeit in den Genuss des eigenen Stroms zu kommen. Mit Balkonkraftwerken – kompakten kleinen Solaranlagen – können Sie Strom auch von Flachdach, Terrasse, Balkon oder einem Zaun erzeugen. Die kleinen Kraftwerke überzeugen durch die einfache Installation, auch für Laien. Anschließen und Loslegen: So einfach war Stromsparen noch nie! Die Anlagen enthalten bereits einen Wechselrichter und sind für die Einspeisung des Stroms ins Hausnetz geeignet. So sind sie ideal, um die Grundlast des Haushaltes abzudecken.
Überzeugen Sie sich selbst von unseren Balkonkraftwerk-Modellen!
Powerstations funktionieren im Prinzip wie Powerbanks und können direkt an die Solaranlage angeschlossen werden. Kompakt wie sie sind, können die kleinen Stromspeicher zuhause aufgeladen und dann z.B. mit in den Campingurlaub genommen werden. Dort versorgen sie Smartphone, Kamera und Mini-Kühlschrank stundenlang mit Strom.
Zuhause sorgen die Powerstationen wie das Anker Powerhouse im Garten oder bei Ausflügen für ein kleines bisschen Luxus und versorgen Sie auch bei einem Stromausfall mit Notstrom.
Eine ans Netz angeschlossene Solaranlage muss sowohl beim Netzbetreiber als auch bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) gemeldet werden. Laut EEG-Gesetz muss der Betreibende der Photovoltaikanlage seine Daten im Marktstammdatenregister eintragen. Förderungsanspruch besteht nur für die Zeit, in der die Anlage angemeldet ist.
Mehr zur Meldepflicht und den Fristen können sie z.B. bei der Verbraucherzentrale nachlesen.
Ja. Auch wenn für eine maximale Ladung volles Sonnenlicht benötigt wird, laden die Solarpanel auch bei Bewölkung auf.
Die Kosten einer Solaranlage sind abhängig von ihrer Art und Größe. Es gibt günstige Solarpanel oder die Möglichkeit auf ein kleines Balkonkraftwerk zurückzugreifen. Daneben können staatliche Subventionen sowie regionale Förderungen in Anspruch genommen oder auf einen Energie-Kredit gesetzt werden. Eine im Vorfeld ausgiebige Recherche und Beratung kann helfen, die richtige Wahl zu treffen und auf lange Sicht zu sparen.
Die durchschnittliche Leistung eines Solarmoduls liegt bei 50-350 Watt Maximalleistung (Watt Peak bzw. Wp).
Eine 1qm große Solaranlage kann bei guten Wetterbedingungen und viel Sonne im Jahr ungefähr 150 – 225 kWh produzieren.
Notstrom haben Sie im Falle eines Stromausfalls in Ihrer Region nur bei Inselanlagen. Bei netzgekoppelten Anlagen sind Sie ebenfalls vom Stromausfall betroffen, auch wenn Sie eine Nulleinspeiseanlage mit Batteriespeicher betreiben.